Hey Kumpel, aufstehen. Oder: Keine zeit zum Sterben.

Ein kräftiger Ostwind bei 2 Grad minus wehte am Morgen des 13. Dezember 2018 über die Westerwälder Hochflächen in der Nähe der Fuchskaute in Deutschland. Ingo Gerlach, 65, aus Betzdorf in Deutschland, wollte an diesem Morgen ein neu erworbenes Objektiv für seine Nikon testen. Sein Ziel waren die Island-Hengste auf einer extrem großen Weide. Die Tiere, eine Herde von rund 18 Hengsten, leben dort wie in freier Wildbahn. Die Pferde sind Wind und Wetter ausgesetzt, was für diese extrem robuste Rasse überhaupt kein Problem ist. Gerlach beobachtet und fotografiert diese Herde schon seit rund drei Jahren. Was er heute allerdings zu sehen bekam, war auch für ihn neu.

Ein ca. zweijähriger Hengst, ein sog. Falbe (ein Pferd mit hellem Körper), war etwas abseits von der Herde. Dieser hellbraungefärbte Hengst machte einen leicht unsicheren Eindruck, so als ob er ein Problem oder eine Krankheit hätte. Zunächst machte der Fotograf einige Aufnahmen von den anderen Hengsten. Nichts besonderes, er wollte ja auch nur sein neues Objektiv testen. Bis er auf einmal bemerkte, das der Falbe offensichtlich doch größere Probleme hatte. Der Hengst ging mit den Vorderbeinen in die Knie und sackte auf den Boden. Schließlich legte er sich auf die Seite und rührte sich nicht mehr. Der Tierfotograf war zunächst der Meinung, dass der Hengst sich evtl. auf den Rücken wälzen würde um Ungeziefer aus dem Fell zu bekommen oder das er einfach müde ist.

Jedoch, der Hengst blieb regungslos liegen. Dies bemerkte einer der Artgenossen aus der Herde. Der dunkle Hengst kam schnell zu dem auf dem Boden liegenden Falben um diesen zum Aufstehen zu motivieren. Hierzu setzte der Hengstkollege sein Maul ein und zupfte den am Boden liegenden Hengst am Ohr, stupste ihn mit der Schnauze in die Seite, biss ihn in die Vorderbeine, drückte, zog und schob solange, bis der Falbe wieder auf den Beinen stand. In der Zwischenzeit waren weitere Hengste dazu gekommen und taten es dem anderen dunkelbraunen Hengst gleich, in dem sie den am Boden liegenden Hengst bissen und zwickten was das Zeug hielt. Der Falbe rappelte sich wieder auf und stand auf allen Vieren. Die anderen Hengste stützten ihn dabei an der Seite. Ein paar Sekunden später wiederholte sich die Situation. Dieses Verhalten konnte Gerlach über rund anderthalb Stunden in Bild und Video festhalten. Die Kälte war für den Fotografen unwichtig geworden. Die Szenerie war einfach zu selten und zu dramatisch. In seinem Büro versuchte Gerlach dann im Internet dieses Verhalten zu recherchieren. Jedoch ohne Ergebnis. Ob der Falbe für eine Krankheit hatte, das konnte Gerlach nicht herausfinden. Erst am nächsten Tag erfuhr Gerlach, das der Falbe wohl an einer Kolik  gelitten hat. Der Besitzer der Herde wurde informiert. Warum die anderen Hengste ihren Kameraden zum Aufstehen motivierten ist ebenso unklar. Für den Fotografen hatte es den Anschein, als ob die Hengste ihr Herdenmitglied versuchten vor dem sicheren Tod zu bewahren. Eine sehr anrührige Story, die man sonst nur von den Elefanten in der afrikanischen Savanne kennt, wenn diese ihren Herdenmitgliedern helfen oder wenn die Herde um ein totes Tier trauert. Einen Tag späte besuchte Gerlach noch mal die Herde. Dem Falben ging es eindeutig wieder gut. Zur Beruhigung für alle Pferdefreunde – es war auch kein Tierarzt nötig.

  

Hey, buddy, get up. Or: No time to die.

On the morning of 13 December 2018, a strong east wind at 2 degrees minus blew over the Westerwald plateau near the Fuchskaute in Germany. Ingo Gerlach, 65, from Betzdorf in Germany, wanted to test a newly acquired lens for his Nikon this morning. His goal was the Icelandic stallions on an extremely large pasture. The animals, a herd of about 18 stallions, live there like in the wild. The horses are exposed to wind and weather, which is no problem at all for this extremely robust breed. Gerlach has been observing and photographing this herd for about three years. What he got to see today, however, was also new for him.

An approx. two-year-old stallion, a so-called dun (a horse with a light body), was a little apart from the herd. This light brown coloured stallion made a slightly insecure impression, as if he had a problem or an illness. First the photographer took some pictures of the other stallions. Nothing special, he just wanted to test his new lens. Until he suddenly noticed that the dun obviously had bigger problems after all. The stallion went to his knees with his front legs and sank to the ground. Finally he lay down on his side and didn't move anymore. The animal photographer was first of all of the opinion that the stallion would roll himself possibly on the back to get vermin from the fur or that he is simply tired.

However, the stallion remained motionless. This noticed one of the Artgenossen from the herd. The dark stallion quickly came to the fallow lying on the ground to motivate him to stand up. For this the stallion colleague used his mouth and plucked the stallion lying on the ground at the ear, pushed him with the snout into the side, bit him into the forelegs, pressed him, pulled and pushed until the dun stood again on the legs. In the meantime, other stallions had joined in and did the same to the other dark brown stallion by biting the stallion lying on the ground and pinching what the stallion was capable of. The dun got up again and stood on all fours. The other stallions supported him at the side. A few seconds later the situation repeated itself. Gerlach was able to record this behaviour in pictures and video for about an hour and a half. The cold had become unimportant for the photographer. The scenery was simply too rare and too dramatic. In his office, Gerlach then tried to research this behavior on the Internet. But without result. Gerlach could not find out whether the dun had a disease. Only the next day Gerlach learned that the falcon had probably suffered from a colic. The owner of the herd was informed. Why the other stallions motivated their comrades to get up is just as unclear. For the photographer it seemed as if the stallions were trying to save their herd member from certain death. A very touching story, which one knows otherwise only from the elephants in the African savannah, if these help their herd members or if the herd mourns for a dead animal. One day later Gerlach visited the herd again. The falcon was clearly well again. To the reassurance for all horse friends - also no veterinary surgeon was necessary.

 

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