Geparden: Erfolgreiche Jagd der drei Brüder. Ein Bericht mit Fotos von Ingo Gerlach.

Seit rund einer Stunde fuhr der deutsche Wildlifefotograf Ingo Gerlach durch eine etwas abgelegene Ecke der Massai Mara in Kenia. Das besondere daran war, das es nichts Besonderes zu sehen gab. Genau genommen gar nichts. Absolut ungewöhnlich in einer der tierreichsten Regionen Afrikas.

Bis der kleine Hügel erreicht war. Dann sah er sie. Die drei Gepardenbrüder. Und er war der einzige Fotograf weit und breit. Das könnte spannend werden. Die drei Geparden sicherten ganz gebannt in eine Richtung. Gerlach folgte dieser Blickrichtung und entdeckte, in ca. ein Kilometer Entfernung, eine kleine Gruppe von Gnus. Dies könnte das anvisierte Ziel der Geparden sein. Dazwischen lagen für ihn und sein Geländefahrzeug unüberbrückbare Felsen. Als sich die Geparden langsam in Bewegung setzten fuhr Gerlach, auf gut Glück, in Richtung der Gnuherde. Dabei machte er einen großen Bogen um eine größere Felsengruppe. Als diese umrundet war, sah er schon wie die Geparden immer schneller Richtung Gnus liefen. Die Attacke begann urplötzlich. Wie ein von einer Armbrust abgeschossener Pfeil jagten die drei Geparden los. Alle drei griffen die Herde von unterschiedlichen Seiten an. Für Gerlach war es in diesem Moment unmöglich sich auf einen Geparden zu konzentrieren, da er nicht wissen konnte, welcher Gepard die Beute schlagen würde.

Nach nur wenigen Sekunden hatte einer der Räuber ein ca. 9 Monate altes Gnukalb erbeutet. Mit festem Würgegriff an der Kehle erdrosselte er das Kalb in einem minutenlangen Todeskampf. Seine beiden Brüder sahen dem gelassen zu.  Die zuvor aufgescheuchte Herde kehrte langsam zurück und bildete eine Phalanx an Leibern. Sie hatten wohl die Absicht ihr junges Herdenmitglied zu retten. Was allerdings nicht gelang, dafür waren die drei Geparden einfach zu stark und zu dominant. Der Fotograf war immer noch der Einzige mit seinem Fahrzeug am „Tatort“. In der Ferne konnte er allerdings schon die ersten Staubfahnen sehen. Ein Zeichen dafür, dass er von anderen Safarireisenden beobachtet wurde. Und wenn man in der Massai Mara länger an einem Platz verharrt, vermuten andere Menschen, meistens auch zu Recht, eine besondere Situation, wie eben der zuvor geschilderte Jagderfolg der Geparden.

Die gefleckten Räuber fingen alsbald an in einem rasenden Tempo die Beute zu verschlingen. Sie machen dies, damit sie schnell satt werden bevor ihnen andere Räuber, wie Löwen oder auch Hyänen die Beute streitig machen können. Das Fressen dauerte nur ein paar Minuten, dann sanken die Geparden müde, satt und mit vollem Bauch ins Gras um zu ruhen. Die Gnus und andere Tiere hatten vor diesen drei Geparden zunächst einmal für ein oder zwei Tage Ruhe.

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