Leoparden: Vorratshaltung auf Raubkatzenart. Ein Bericht mit Fotos von Ingo Gerlach.

Die Leopardin hat nachts zugeschlagen. Im Schutz der Dunkelheit hat sie den Imapalabock in einem Überraschungsangriff schnell und effizient erbeutet. Gierig fraß sie mit ihrem einjährigen Nachwuchs, der bei der Jagd dabei war um zu lernen, die ersten Fleischbrocken des noch warmen Impalas. Als beide Tiere gesättigt waren, packte die Leopardin ihre Beute an der Kehle und schleppte sie in einem extremen Kraftakt zu der freistehenden, rund zehn Meter hohen, Akazie. Mit einem noch größeren Kraftakt zerrte sie die Beute den senkrechten Baum hoch und verankerte den Tierkadaver in einer Astgabel.  Leoparden machen das immer, sofern ein Baum in der Nähe des „Tatorts“ ist. Wenn nicht, dann wird in aller Regel soviel und schnell gefressen, was nur machbar ist. Der Rest ist dann meist für andere Raubkatzen, wie Löwen.

Der erbeutete Impalabock in der Astgabel war sozusagen die Vorratskammer für die nächsten Tage für beide Leoparden. In der Akazie war die Beute sicher vor hungrigen Löwen und ebenso hungrigen Hyänen. Danach verließ die Katzen wieder die Akazie und verzogen sich in das nahegelegene und sehr felsige Gebiet unweit der Akazie.

Ingo Gerlach, der deutsche Wildlifefotograf  kam mit seinem Geländewagen in der Mittagszeit zu dieser Stelle. Über Funk hatte er von dieser herrlich fotogenen Akazie mit dem toten Impalabock in der Astgabel erfahren. Der Fahrer und Guide von Ingo Gerlach sagte, dass wohl erst gegen späten Nachmittag damit zu rechnen sei bis die Leopardin mit ihrem Jungtier erscheinen wird. Gerlach war jedoch so angetan von dieser atemberaubenden Location, das er in Anbetracht der zahlreichen Safarifahrzeuge es vorzog, den ganzen Nachmittag bei der Akazie zu verbringen und einfach abzuwarten was passiert. Eine sehr schwere Entscheidung, wenn man bedenkt, wie teuer eine solche Safari in der Massai Mara in Kenia mittlerweile ist. Man muss pro Tag mit rund 600,- Euro Kosten für Fahrzeug, Parkgebühren, Essen, Übernachtung, Fahrer, etc. kalkulieren. Wenn der Fotograf dann regungslos einen halben Tag an einer Stelle verharrt, ohne zu wissen, was passiert, dann wird er gelegentlich schon etwas nervös.

Hier bei der Akazie und dem toten Impalabock sollte es sich jedoch lohnen. Soviel vorab.

Gegen 16.30 Uhr, die Sonne stand schon relativ tief, tauchte Mama Leopard mit Nachwuchs plötzlich auf. Ziemlich weit entfernt, hinter den Felsen, aus dem Gebüsch bewegten sich beide Raubkatzen sehr gemächlich auf die Akazie zu. Beide Raubkatzen machten immer wieder eine kleine Pause und sondierten die Lage. Sie hielten Ausschau nach anderen Raubtieren, speziell Löwen, die ihnen gefährlich werden könnten. Nach rund zehn Minuten erreichten die Leoparden die Akazie. Das Muttertier erklomm den senkrechten Stamm mit einer Leichtigkeit die die Kraft dieses Tieres nur erahnen lies. Das Jungtier folgte „auf dem Fuße“. Während es sich der junge Leopard auf einem großen Ast bequem machte, zerrte die Mutter an dem toten Tier und begann zu fressen. Der junge Leopard zog es in der ganzen Zeit vor, lieber völlig relaxed auf dem Ast zu liegen. Er selbst hatte von dem Impala nichts gefressen. Wahrscheinlich war er noch satt von dem Nachtmahl. Nach rund 25 Minuten war dieses wunderbare Schauspiel bei bestem Licht in einem malerischen Umfeld vorbei. Ingo Gerlach selbst war völlig erschöpft, da er in diesen 25 Minuten mit insgesamt vier Kameras hunderte von Aufnahmen machte. Denn so Gerlach, eine solche Gelegenheit kommt wahrscheinlich so schnell nicht wieder. Bei rund 15 Aufenthalten in der Massai Mara habe er schon sehr viele Leopardenfotos machen können. Allerdings noch nie einen solchen traumhaften Moment mit den Kameras festhalten können. Mehr Infos über den Fotografen unter ingogerlach.com.

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